Allgemeines
Wussten Sie, dass Steven Spielberg ein grosser Fan von Tim und Struppi ist, und dass er 1982 Hergé gefragt hatte, die Abenteuer von Tim auf die Grossleinwand bringen zu können?
Schon 1946 wurden die Abenteuer von Tim und Struppi auf die Kinoleinwände gebracht, aber noch nicht in Form von Zeichentrickfilmen, sondern in hintereinander gezeigten Diapositiven. Die französische Gesellschaft "Les Beaux Films" hat in dieser Form die meisten der Alben realisiert. 1947 wurde
ein Versuch gemacht, eine Art Stop motion -Technik anzuwenden, um Tim und Struppi lebendig zu machen. So wurde von dem Cineasten Claude Misonne Le Crabe aux pinces d'or gedreht. Die Figuren waren Puppen und die ganze Dekoration ähnlich einer Puppenwelt. Dieser Versuch wurde aber stark kritisiert und nicht weiter entwickelt.
Ende der fünfziger Jahre war es endlich so weit, die Abenteuer von Tim und Struppi gingen in die Geschichte des Films ein.
Nach vielen Versuchen, die Alben als Trickfilme darzustellen, welche sich als Flop erwiesen, wurde die Methode eines Films, mit echten Schauspielern, ausprobiert. Es entstanden so zwei Kinofilme.
Tintin et le mystère de la Toison d'or wurde 1960 von André Barret und Jean-Jacques Vierne realisiert. Die Geschichte hat sich Rémo Forlani ausgedacht. Tim wurde von Jean-Pierre Talbot gespielt, Kapitän Haddock von Georges Wilson. Die Geschichte spielt in Istanbul, wo ein Freund von Kapitän Haddock gestorben ist und ihm seine "Toison d'or" hinterläßt, ein altes Schiff.
Die zweite Kinogeschichte um die Abenteuer von Tim und Struppi wurde 1964 von Philippe Condroyer nach einem Szenario von André Barret realisiert: Les Oranges bleues. Den Kapitän Haddock spielte Jean Bouise. In diesem Film drehen sich die Abenteuer um eine seltsame Orange (Apfelsine), die Professor Bienlein bekommt.
Die Kinofilme
Brüssel, 1956. Die belgische Gesellschaft "Belvision", geleitet von Raymond Leblanc, überarbeitet in einer Art Pseudo-Animation die Alben König Ottokars Zepter und Die Krabbe mit den goldenen Scheren. Diesem Versuch folgten 1959 weitere Alben. Nach diesem Erfolg wurde 1972 ein neues Abenteuer rausgebracht, speziell für die Kinovorstellung: Tim und der Haifischsee. Die Geschichte wurde von Greg geschrieben (bekannt als Zeichner von Achille Talon). Die Geschichte spielt in Syldavien, wo Professor Bienlein eine Maschine entwickelt hat, die Gegenstände duplizieren kann. Rastapopoulos ist natürlich daran sehr interessiert und stiehlt den Apparat.
Die Zeichentrickfilme
CITEL-Video in Zusammenarbeit mit der Fondation Hergé brachte 1992 alle Alben auf VHS-Kassetten heraus. Die Geschichten wurden nach den Originalalben von Hergé gezeichnet. An manchen Stellen wurden jedoch kurze Passagen durch für Kinder angemessenere (?) Sequenzen ersetzt oder sogar ganz gelöscht. Pro Band hat CITEL knapp 50 Minuten Zeichentrickfilm realisiert. Diese ersetzen keinesfalls die Originalalben, da das Lesen dieser bestimmt länger als 50 Minuten dauert und man sich zusätzlich Zeit nehmen kann, die schönen Bilder von Hergé anzuschauen.
Die Kassetten sind auch in deutscher Sprache beim Verlag ATLAS zu beziehen. Eine Kassette kostet knapp 40,-DM, einige wegen Unterlänge nur 20,-DM.
Die VHS-Kassetten





Filmplakat
Jean-Pierre Talbot mit Hund
Die Video-Filme sind sehr treu nach dem Zeichenstil von Hergé gemacht. Die Figuren werden richtig “lebendig” und einige nette Szenen wurden verändert oder hinzugefügt. Die Stimmen, Geräusche und die Musik sind gelungen.
Lediglich die Zeitangabe auf dem Videocover hält nicht, was sie verspricht: Angegeben werden 60 Minuten Spielfilmlänge, jedoch dauert jeder Teil höchsten 50 Minuten. Man wünscht sich, mehr zu sehen... Na ja, wer nicht genug hat, kann nach dem Videoabend ganze in Ruhe das Album vor dem Einschlafen noch einmal genießen!


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